Ritterburg und Ritter im Mittelalter
Burgen waren keine Erfindung der Ritter, auch wenn sowohl die einen als auch die anderen während des Mittelalters ihre Blütezeit hatten und irgendwie zusammen gehören. Bereits in der Frühgeschichte und in der Antike gab es Wohn- und Wehranlagen, zunächst zumeist aus Holz, die im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut wurden.
Ritterburgen dienten dem Adel bzw. den Rittern einerseits als Wohnstätte, andererseits erfüllten sie Verteidigungsaufgaben.

Ritterburgen bestanden in der Regel aus zwei Teilen, einer Vor- und einer Kernburg. Geschützt wurden sie durch Wehranlagen wie Mauern, Wälle oder Gräben. Die schwächste Stelle einer Ritterburg war das Tor, das daher durch zusätzliche Verteidigungsanlagen geschützt wurde. Dies konnten Mauern, herabgelassene Gitter oder Zugbrücken sein, die ein schnelles Eindringen der Feinde verhindern sollten. In der Vorburg waren meist die Wirtschaftsgebäude einer Ritterburg untergebracht. Scheunen, Ställe, Lagerräume, Werkstätten und Schuppen dienten dazu, das Leben auf einer Burg abzusichern und alles dazu nötige herzustellen oder aufzubewahren. Die Vorburg war vom eigentlichen Kern- und Wohnbereich meist noch einmal durch Mauern getrennt.
In der Regel handelte es sich bei den Wohngebäuden um Wohntürme, in dem die Ritter mit ihrer Familie lebten. Sie waren in massiver Bauweise errichtet und erreichten oft eine beträchtliche Höhe. Der Burgfried hingehen war ein Turm, der zu Verteidigungszwecken errichtet wurde und nicht als dauerhaftes Wohngebäude diente. Für den Fall, dass es dem Feind doch gelungen war, die Außenmauern der Burg zu durchbrechen, diente er als Fliehburg, in die sich die Ritter einschließlich ihrer Familien und des Gesindes retten konnte.
Ab dem 12. Jahrhundert wurde in den Ritterburgen auch Gärten angelegt, in denen Obst und Gemüse zur Eigenversorgung angepflanzt wurden.