Ausländische Ritterburgen
Ritterburgen gab es natürlich nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa. Dabei weisen die Burgen in Frankreich und England hinsichtlich des Baustils weitestgehend Übereinstimmung mit deutschen Burgen auf, auch wenn die letzteren kaum die imposante Größe der französischen und englischen Ritterburgen erreichten. In Spanien allerdings war der Einfluss, der von den Kreuzrittern aus dem Morgenland nach Europa gelangte, deutlich zu sehen. Bestes und einzigartiges Beispiel dafür ist Burg Coca, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und im Mudejarstil gebaut wurde. Aus der islamischen Architektur wurden solche Elemente wie Flächenverziehrungen, Hufeisenbögen und Stuckelemente übernommen. Für ihren Bau wurden Backsteine verwendet. Von einem tiefen Wallgraben umgeben dient sie heute als forstwirtschaftliche Fachschule mit integriertem Internat.

Ebenfalls durch einen breiten Wassergraben geschützt liegt Bodiam Castle in England, deren Inneres zu großen Teilen zerstört ist. Der zentrale Turm der Burg liegt an der Südseite, wo sich auch ein weiterer Ausgang befindet. Zu den am besten erhaltenen Ritterburgen Frankreichs zählt die in der Region Aquitanien auf einem Kalksteinplateau stehende Burg Beynac aus dem 12. Jahrhundert. Ihre Lage machte sie zu einet strategisch überaus wichtigen Verteidigungsanlage. Zeitweise war Richard Löwenherz, der als Ritter am dritten Kreuzzug teilnahm, im Besitz der Burg. Nach seinem Tod erhielt der lokale Adel sie zurück. Die Burg wird gekennzeichnet durch ein einzigartiges Ensemble von Turmbauten. Derzeit läuft ein langfristiges Renovierungs- und Restaurierungsprogramm.
