Deutsche Ritterburgen
Die wohl am engsten mit der deutschen Geschichte verbundene Burg ist die Wartburg im thüringischen Eisenach. Ludwig der Springer aus dem Hause der Ludowinger gründete sie im 11. Jahrhundert. Später ging die Burg in den Besitz der Wettiner über und wurde 1318 bei einem Brand stark beschädigt. Kurze Zeit später wurde die Burg wieder aufgebaut. Die Heilige Elisabeth verbrachte auf der Wartburg einige Jahre, Luther versteckte sich auf ihr und auch Goethe weilte mehrere Mal auf der Burg.

In ihrer Blütezeit konnte die Wartburg trotz mehrfacher Belagerungen nie eingenommen werden. Weit sichtbar auf einem Berggipfel über der Mosel steht die Reichsburg Cochem, die einst als Zollburg diente. Errichtet wurde sie um 1100 und wurde im 17. Jahrhundert in Brand gesteckt und gesprengt. Ursprünglich war sie im romanischen Stil errichtet worden und verfügte über Turm und Wohn- sowie Wirtschaftsgebäude, die durch eine kreisrunde Ringmauer geschützt wurden. Der Wiederaufbau brachte ihr Elemente der neugotischen Bauweise ein. Heute dient sie als Museum, in dem man sich über das Leben der Ritter informieren kann.

Der Polarforscher Graf Wilczek begann 1874 schrittweise mit dem Wiederaufbau der Burg Kreuzstein, die sich in Niederösterreich nördlich der Donau befindet. Gebaut im 12. Jahrhundert gelangte sie 1279 in den Besitz der Habsburger, konnte bis zum 30-jährigen Krieg nie erobert werden und wurde 1645 gesprengt. In den Neubau der nun als Schauburg dienenden Anlage wurden Reste der alten Burg mit einbezogen.