Ritterburg
Für die Verteidigung einer Ritterburg war deren geographische Lage von entscheidender Bedeutung. Idealerweise wurden sie auf einer Erhebung des Geländes wie einem Berg oder Felsen errichten. Zum einen sicherte der gute Ausblick über das Gelände, dass Feine schon gesehen werden konnten, bevor sie die Burg erreichten, zum anderen war ein Felsen, Berg oder eine steile Böschung sehr viel schwerer zu erstürmen als offenes und ebenes Gelände.
Ritterburgen, die in Niederungen gebaut wurden, konnten von allen Seiten angegriffen werden. Allerdings hatten alle Standorte ihre Vor- und Nachteile.
Hinsichtlich ihrer Lage unterscheidet man Höhen- und Niederungsburgen. Auf Berggipfeln errichtete Burgen (Gipfelburgen) waren zwar gut geschützt, hatten allerdings erhebliche Probleme, eine Versorgung von außen zu sichern.

Von zwei Seiten ungeschützt waren Ritterburgen, die auf einem Bergkamm oder Bergrücken standen (Kammburg). Auf einem nach mindestens zwei Seiten steil abfallenden Felsen gebaute Burgen (Spornburgen) hatten den Vorteil, dass ihre Brunnen nicht zu tief gegraben werden mussten und sie meist an Straßen und Wegen lagen. An Hängen unterhalb des Gipfels stehende Burgen (Hangburg) wurden oft als Zollburgen errichtet und ihr Schwachpunkt lag darin, dass sie vom Hang oberhalb angegriffen werden konnten.
Besonders in Frankreich und der Schweiz bevorzugten die Ritter Höhlenburgen, die sich entsprechend ihren Namen in einer natürlichen Felsgrotte befanden und nur von der Eingansseite her angreifbar waren. Wasserburgen sind typische Niederungsburgen, haben oft einen festungsartigen Charakter und waren im Winter übers Eis oft leicht einnehmbar.
Im deutschsprachigen Raum war die Spornburg am weitesten verbreitet.